Der Kreuzweg

bildstockAm Westende von Virgen zweigt nordseitig der alte Weg nach Obermauern ab. Er ist ein sehr alter und viel begangener Wallfahrtsweg, auf dem 14 Stationskreuze zur bekannten Wallfahrtskirche "Maria Schnee" hinführen. 

In den letzten Jahren erfuhr der Kreuzweg, der durch eine wunderbare Kulturlandschaft führt, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, unter anderem wurden Lesesteinmauern erneuert, einheitliche Holzzäune errichtet, das Kötterle und das Bildstöckl fachkundig saniert. 

 

 


Die Geschichte

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führt zurück auf eine Initiative des Tierarztes Alois Stadler aus Welzelach, der im Jahr 1890 die Kreuze aufstellte. Die Stationsbilder wurden vom heimischen Künstler Alois Weiskopf dem Älteren angefertigt. 

Seit dem Jahre 1930 wurden die alten Lärchenholzkreuze von Familien aus Obermauern und Welzelach erhalten. Vereinzelte Erneuerungen und Sanierungen der Stationen haben im Laufe der Zeit zu einem uneinheitlichen Gesamtbild geführt.

alter Kreuzweg

Daher wurde der Wunsch nach einer einheitlichen, attraktiven und zeitgemäßen Gestaltung des Pilgerweges immer wieder an Pfarre, Gemeinde und an die Stationserhalter herangetragen. 

Eine Arbeitsgemeinschaft "Kunstprojekt Kreuzweg Virgen Obermauern", der neben den Erhaltern der Stationen auch Vertreter der Pfarre und der Gemeinde angehörten, nahm sich 2007 des ehrgeizigen Projektes - der Erneuerung des Kreuzweges von Virgen nach Obermauern - an. 

 

  

 


 

Das Kunstprojekt

Relief

Vom ursprünglichen Gedanken, die bestehenden Kreuze zu sanieren, kam die ARGE nach Gesprächen mit vier Virger Holz- und Steinbildhauern auf die Idee, ein künstlerisches Gemeinschaftswerk zu realisieren und damit einen neuen Weg zu gehen.

Mit diesem Projekt wurde den Künstlern gleichzeitig die Möglichkeit geboten, ein einzigartiges Kunst- und Kulturerbe in ihrer Heimatgemeinde zu schaffen.

 

 

knstler kreuzwegIn vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit gestalteten Michael Fuetsch, Michael Lang, Alois Weiskopf und Virgil Fuetsch einen gelungenen Vorschlag, der die einhellige Zustimmung der ARGE fand. 

Im Juli 2008 wurden die einzelnen Stationen errichtet, die Einweihung erfolgte am Hohen Frauentag (15. August) 2008.

 


 

Ein Gesamtkunstwerk

stationDer Kreuzweg ist als Gesamtkunstwerk zu betrachten und besteht aus 14 einzelnen Stationen, ergänzt durch die "Auferstehung", eine 15. Station vor der Wallfahrtskirche. In ihrer Ausführung gleichen sich die einzelnen Stationen: Mit Serpentin und Bronze wurden Ausgangsmaterialen verwendet, die Eleganz und Monumentalität in sich vereinen.

Serpentin hat sich für die Verwendung geradezu angeboten, da es sich dabei um einen heimischen Stein handelt, der durch seine grüne Farbe, seine Maserung sowie auch seine Witterungsbeständigkeit besticht. Die etwa zwei Meter hohen geradlinigen Steinblöcke symbolisieren Klarheit und Kraft und stehen für den starken Glauben, der aus der Erde entspringt. 

Die Skulpturen können auch als Fels in der Brandung gedeutet werden. Die einzelnen Kreuzwegszenen werden in Bronzereliefs dargestellt, die direkt auf dem grünen Serpentin angebracht sind, der Hintergrund dafür ist teilweise poliert. Bei den Reliefs lag die Herausforderung darin, den richtigen Weg zwischen Tradition und Moderne zu finden. Laut Aussage der Künstler ist die Zusammenarbeit mit außenstehenden Personen und das Feedback der Bevölkerung dafür eine wertvolle Hilfe gewesen. 

text IAuch der Standort der Stationen war mit Bedacht auszuwählen. Die Geradlinigkeit der Skulpturen im Vordergrund und die Monumentalität der umliegenden Bergformationen im Hintergrund ergeben ein abgerundetes Gesamtbild und nicht zuletzt auch eine hervorragende Fotokulisse. 

Meditationstexte auf den Serpentinquadern - von Altbischof Reinhold Stecher verfasst - sollen die WallfahrerInnen zum Verweilen und Innehalten einladen.

 


 

Unsere Kreuzwege

behandelte der Ortschronist OSR Otfried Pawlin in einer Ausgabe der Virger Heimatblätter ausführlich.

Hier werden alle Kreuzwege in der Gemeinde 
* in den Kirchen und Kapellen sowie die
* wanderbaren beschrieben.

Virger Heimatblätter Nr. 9, 2013 >>