Nachhaltig, umweltfreundlich, bürgernah und bedarfsgerecht
Das Virger Mobil ist ein Elektroauto mit Chauffeur, der den GemeindebürgerInnen tagsüber von Montag bis Freitag (8.10 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr) als Rufbus zur Verfügung steht:
Unter der Telefonnummer 0650 390 3096 können Fahrgäste den PKW für Zielorte innerhalb der Gemeinde bestellen.
Der Fahrkostenbeitrag beträgt 1 Euro pro Fahrt, eine Berechtigungskarte ist Voraussetzung für die Nutzung des Mobils. Die Mobilitätszentrale der Gemeinde hat die Vermittlung und Koordination für das Virger Mobil übernommen.
15 Jahre Virger Mobil
Am 22. September 2005 wurde es im Sonnendorf Virgen aus der Taufe gehoben und hat sich seither bestens bewährt. Virgerinnen und Virger können das Auto telefonisch für Zielorte innerhalb der Gemeinde bestellen.
Die Idee für ein Virger Mobil hegte Virgens Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler schon etliche Jahre vorher. In Gesprächen mit BürgerInnen war immer wieder der Bedarf von Mobilitätangeboten innerhalb des Gemeindegebietes ein Thema. 2005 verfasste Ruggenthaler ein Fallstudie als Abschluss der Gemeindeakademie. Diese beinhaltete auch eine Befragung der BürgerInnen. Diese bestätigte den Bedarf eines ortsinternen „Personentransportdienstes“. Es konkretisierte sich die Idee eines „Bürgermobils“. Für die Initiatoren folgte ein wahrer Hürdenlauf im Dschungel der Bürokratie. Schlussendlich gelang es mit Unterstützung des Landes gesicherte Rahmenbedingungen zu schaffen. Nachdem auch der Ankauf eines geeigneten Fahrzeuges gelungen war, galt es noch freiwillige FahrerInnen zu finden. Dem Aufruf der Gemeinde folgten gleich 36 Personen, die bereit waren, sich ehrenamtlich und unentgeltlich in den Dienst dieser guten Sache zu stellen. Das Virger Mobil war geboren! Am Autofreien Tag 2005 startete es zu seiner ersten Fahrt. 15 Jahre später sind es stolze 70.000 Fahrten, die das Mobil die Virgerinnen und Virger geleistet hat. Immer wieder melden sich Freiwillige, die bereit sind, mindestens einmal im Monat einen Fahrdienst zu übernehmen. Aktuell sind 26 FahrerInnen im Einsatz, vornehmlich rüstige PensionistInnen, die einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten wollen.
Bürgermeister Ing. Dietmar Ruggenthaler: „Unser Virger Mobil ist eine Vorzeigemodell für nachhaltige Mobilität im Ort. Grundlage für die Aufrechterhaltung des Dienstes sind unsere FahrerInnen, die das Auto ehrenamtlich chauffieren. Dadurch kann der Dienst zu 1 Euro je Fahrt angeboten werden. Die Fahrt ist somit sozial verträglich und für jeden erschwinglich.“ Dass der Betrag unabhängig von der Wegstrecke ist, war Bürgermeister Ruggenthaler immer sehr wichtig. „Im Sinne der Gleichsetzung aller unserer BürgerInnen beträgt der Fahrtkostenbeitrag für jede Fahrt gleich viel, egal ob man innerhalb des Ortszentrums fährt oder in eine außerhalb liegende Fraktion.“
Mobilitätsberaterin Angelika Berger koordiniert die Fahrdienste im Gemeindeamt: „Das Auto ist von Montag bis Freitag untertags im Einsatz. Seit dem Bestehen hat das Virger Mobil ca. 320.000 Kilometer zurückgelegt, im Durchschnitt sind dies zuletzt 25 Fahrten am Tag, Tendenz steigend.“ Genutzt wird das Virger Mobil vornehmlich von älteren Personen und Frauen ohne eigenes Auto. Die Einrichtung trägt ganz wesentlich zur Verbesserung der Mobilität dieses Personenkreises bei und fördert soziale Kontakte. Arzt, Apotheke, Seniorenstube, Gastronomiebetriebe usw. können bequem ohne eigenes Auto erreicht werden. Das Mobil ermöglicht Einkäufe im Ort und belebt somit auch die heimische Wirtschaft. Vornehmlich von älteren Personen wird der Dienst genutzt um Kontakte zu pflegen, Verwandte und Freunde zu besuchen.
Schon von Beginn an gab es in der „Energiebewussten Gemeinde“ Bestrebungen, ein Elektroauto als Virger-Mobil anzuschaffen. 2014 waren Technik und Reichweite soweit ausgereift, dass ein Elektroauto als Virger Mobil angeschafft werden konnte. Vielfach wurde die Einrichtung bereits ausgezeichnet und diente vielen anderen Orten in ganz Österreich als Vorbild.
Das Virger Mobil - 20 Jahre Erfolgsgeschichte

Übergabe eines neuen Autos
Mit berechtigtem Stolz blickt die Gemeinde Virgen auf zwei Jahrzehnte Virger Mobil zurück – eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Was im Jahr 2005 als innovative Idee begann, ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Gemeindelebens und ein Vorbild für viele andere Orte geworden. Vor 20 Jahren wurde das "Virger Mobil" vom Virger Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler in einer Fallstudie für den Abschluss der Gemeindeakademie entwickelt. Rechtliche und technische Rahmenbedingungen konnten so erarbeitet werden, sodass das "Virger Mobil" in Virgen 2005 starten konnte. Von der Gemeinde wird ein Elektroauto bereitgestellt und freiwillige Fahrerinnen und Fahrer chauffieren Menschen die Bedarf haben, zu deren Zielen innerhalb des Ortes (Arztbesuche, Apotheke, Einkauf, Seniorenstube, Bäcker, Kirche, Gräberdienste etc.). Die Organisation wird von der Gemeinde besorgt. Je Fahrt wird seit Beginn des Projektes 1 Euro eingehoben, egal wie weit die Fahrtstrecke innerhalb der Gemeinde ist. Nach sieben Jahren im Einsatz wurde das bisherige Elektroauto, das seit 2018 treue Dienste leistete, nun durch ein neues Modell ersetzt. Die Bilanz des alten Fahrzeugs kann sich sehen lassen: Über 137.000 Kilometer – das entspricht mehr als drei Mal um die Erde – wurden zurückgelegt. Insgesamt wurden 40.000 Personen sicher und zuverlässig befördert, im Schnitt waren es täglich rund 21 Fahrgäste. Besonders erfreulich: Durch umsichtiges Fahren gab es keine größeren Schäden am Fahrzeug.
Das neue Virger Mobil, ein Elektro-Citroen von der Firma Prisker in Lienz, wurde im Rahmen einer kleinen Feier an die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer übergeben. Vor der Einschulung bedankte sich Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler herzlich bei allen, die diesen wertvollen Dienst möglich machen: „Unseren Freiwilligen, Ehrenamtlichen verdanken wir, dass dieser Mobilitätsdienst zustande gekommen ist, und weiterhin angeboten werden kann.“ Das Virger Mobil steht sowohl für nachhaltige Mobilität als auch für sozialen Zusammenhalt. Es ist aus Virgen nicht mehr wegzudenken und hat in den vergangenen 20 Jahren viele Nachahmer in anderen Gemeinden gefunden. Das "Virger Mobil" ist die "Mutter" aller ländlichen Mobilitätsdienste in dieser Form in Österreich.
Virger Mobil
Das Virger Mobil ist ein seit 20 Jahren bestehender, ehrenamtlich betriebener Fahrdienst in der Gemeinde Virgen. Seit 2005 sorgt das Angebot dafür, dass vor allem ältere Menschen und Personen ohne eigenes Auto mobil bleiben und wichtige Ziele wie Arzt, Geschäfte oder Seniorenstube bequem erreichen können. Von Montag bis Freitag steht dafür ein Elektroauto mit Chauffeur zur Verfügung, die Nutzung kostet lediglich 1 Euro pro Fahrt. Ein engagiertes Team freiwilliger Fahrerinnen und Fahrer macht diesen Service möglich.
Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet und hat sich als unverzichtbarer Bestandteil des Gemeindelebens etabliert. Aufgrund dieses Erfolgs haben zahlreiche andere Gemeinden in ganz Österreich das Konzept übernommen und ähnliche Fahrdienste eingerichtet. Derzeit sorgt ein Team von 25 engagierten ehrenamtlichen Fahrern für einen reibungslosen Ablauf.
Danke an alle FahrerInnen
26 Freiwillige haben ihren Dienst angeboten. Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre diese Einrichtung nicht tragfähig. Es steht für Zusammenarbeit, Zusammenhalt und sozialen Stellenwert des Virger Mobils, insbesondere für unsere Senioren im Dorf. Ohne die freiwilligen FahrerInnen würde es das Virger Mobil nicht geben. Der größte Dank gebührt ihnen!
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Das Virger Mobil fährt mit Strom“ durchgeführt.
Das Mobilitätsrezept "Virger Mobil" - Maßnahmen zu Nachmachen
Laudatio anlässlich der Verleihung des Tiroler Umweltpreises 2005
Das Virger Bürgermobil
Viele der Überlegungen im Zusammenhang mit Mobilität sind heute Überlegungen zur Geschwindigkeit. Technische Aspekte überwiegen, Mobilität, die an und für sich etwas Wünschenswertes darstellt, verkommt zur Frage des Transportes, der Logistik und zu guter letzt zur Frage des Geldes, der Finanzierbarkeit.
Aus einer urbanen Sichtweise heraus, wo alle diese Überlegungen ja schon seit langer Zeit bestehen, aus der Erfahrung eines Lebensraumes mit vielfältigem Angebot, aus der Betrachtungsweise des Zentralraumes in Tirol könnte der Eindruck entstehen, Mobilität ist nur eine Angelegenheit der Pendler, Urlaubsreisenden und der Transportlogistiker.
Doch dem ist nicht so!
Da gibt es ein kleines Seitental irgendwo in Tirol, eine Gemeinde mit zahlreichen Ortsteilen, Weilern und Fraktionen – verstreut liegend zwischen 1.000 und 1.600 Meter Seehöhe – mit einem Straßennetz von etwa 50 km Länge. Viele fallen uns da ein.
Eine Gemeinde mit knapp über 2.000 Einwohnern, zahlreichen Auspendlern, geringer Finanzkraft. Auch solche gibt es einige in Tirol.
Die Gemeinde VIRGEN im Osttirol hat ein Projekt realisiert, das Mobilität für den ländlichen Raum neu definiert – das Virger Mobil.
„Das Virger Mobil ist ein PKW mit Chauffeur, der tagsüber von Montag bis Freitag zur Verfügung steht. Am Vormittag werden zwei fixe Runden gefahren, am Nachmittag funktioniert der PKW als „Ruf-Bus“. BürgerInnen können dann über Anruf das Auto für Zielorte innerhalb der Gemeinde bestellen. Der Fahrtkostenbeitrag beträgt 1 Euro pro Fahrt, eine Berechtigungskarte ist Voraussetzung für die Nutzung des Mobils. Leitgedanke des Virger Mobils ist ein umweltfreundliches Mobilitätsangebot zu schaffen. Hol- und Bringfahrten in der Gemeinde, beispielsweise zum Arzt oder in die Apotheke, sollen „nicht mehr einsam, sondern gemeinsam“ durchgeführt werden. Aber auch die Mobilität von älteren Personen und Personen ohne Auto soll gesteigert werden. 26 Freiwillige übernehmen die Chauffeurdienste.“ – so die Projekt-Kurzbeschreibung.
Der Gemeinde Virgen ist es nach Ansicht der Jury gelungen, ein Projekt zu entwickeln und umzusetzen, das für die Mobilität im Ländlichen Raum als Richtung weisend und Beispiel gebend zu bezeichnen ist. Durch die Einbindung der Bevölkerung, durch die Beteiligung der Freiwilligen, die den Fahrdienst übernehmen, erfährt die Mobilität einen starken sozialen und kommunikativen Aspekt. Die Herangehensweise, Entscheidungsfindung, insbesondere aber die Umsetzung ist unkonventionell und innovativ.
Aus diesem Grund geht die Gemeinde Virgen beim Tiroler Umweltpreis 2005 mit Ihrem Projekt „Virger Bürgermobil“ in der Kategorie Gemeinden als Sieger hervor.
Es ist dem „Virger Mobil“ zu wünschen, dass es entsprechend den Intentionen auch angenommen wird. Die Virger mögen mobil bleiben, auch in dem Sinne, dass sie beweglich bleiben, sich den Herausforderungen im Ländlichen Raum auch in Zukunft in einer solchen Weise, in einer solch´ kreativen Art stellen.
Herzliche Gratulation und weiterhin viel Erfolg - und Durchhaltevermögen, alles Gute



